Dienstag, 24. März 2015

Ostereier der "anderen Art"

Hier dreht sich alles um das Osterei!




Bevor ich euch eine ganz tolle Art der Ostereigestaltung vorstellen möchte, stelle ich mich erst einmal selber vor.

Ich bin Andrea, 37 Jahre alt und vierfach Mami mit dem Hang zum Stoff- und Nähwahn ;-).
Es kommt selten vor, aber es gibt tatsächlch Tage an denen meine Nähmaschine aus bleibt! 
So ein Tag war neulich.... und nachdem ich total unüberlegt ein Foto meiner Eier-Hexenkücke bei unserer Lolletroll Gruppe gepostet hatte, bin ich aus der Nummer nicht mehr raus gekommen.

Also zeige ich euch heute, wie ihr einmal selbst probieren könnt, Ostereier nach der uralten sorbischen Wachstechnik zu gestalten!


Los geht´s.... ihr benötigt:

Eier-Kaltfarben, ausgepustete und mit Essig abgeriebene/gesäuberte Eier, Bienenwachs, Teelichter, einen alten Löffel, Gänsefedern (optional gehen auch Indianerfedern aus dem Bastelladen), evtl. Schablonen und einen Bleistift, viiiiel Küchenrolle ;-)

Da die Eier in die Farben getaucht werden, aber nicht mit Wasser volllaufen sollen, sollte man sie mit einem Blasebalg auspusten, den gibt es immer bei den Eierfarben ...
 (dann hat das Ei nämlich nur oben ein Loch)



Ihr biegt den alten Löffel (wie auf dem Bild zu sehen) und stellt ihn in ein Glas, er sollte so gebogen sein, dass das flüssige Wachs nachher nicht runterlaufen kann. Dann bereitet ihr
 das "Werkzeug" vor, nämlich die Federn...



Dazu nehmt ihr eine Feder und teilt am Ende des Kiel´s die Seiten ab (Bild 1), zieht dies vorsichtig vom Kiel ab (Bild 2) und schneidet es dann in Form. Ich habe hier ein Dreieck gemacht (Bild 3), es kann auch ein Tropfen oder eine Raute sein... euter Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
 Traditionell ist es das Dreieck, welches überwiegt.
Die fertige Form ist etwa 2-3 mm "groß"...



Dann könnt ihr das Ei vorbereiten, indem ihr mit den Schablonen Muster darauf zeichnet.
 Macht dies nicht zu filigran und zu überladen, wenige Kreise oder Halbkreise reichen, der Rest ergibt sich später ganz von allein (und drückt nicht zu doll mit dem Bleistift auf, damit die Linien nicht auf dem fertigen Ei zu sehen sind...).













Weiter geht´s, jetzt wird es langsam bunt ;-)!
 Zündet das Teelicht an und lasst das Wachs schmelzen. Nehmt euch das vorbereitete Ei und eine vorbereitete "Feder".... nun taucht ihr kurz den Stempel (so nenne ich es, denn man "stempelt" das Wachs quasi auf das Ei) in das Wachs und dann schnell auf das Ei! Sollte das Wachs nicht auf dem Ei halten, dann wart ihr zu langsam ;-), wiederholt es dann einfach! Diesen Vorgang macht ihr so oft, bis ihr DAS Muster auf dem Ei habt, das später weiß sein soll. Ihr müsst immer daran denken, später ist immer die Farbe sichtbar, auf die ihr gerade stempelt!



Auf meinem Ei bleibt nur der große Kreis weiß (auf beiden Seiten des Ei´s), darum habe ich auch nur im Kreis gestempelt. Ich möchte als nächstes gelb auf meinem Ei. Also nehme ich einen Holzstab, stecke ihn vorsichtig in das Ei und tauche es langsam in meine gelbe Farbe. Nun wisst ihr auch, warum das Ei nur ein Loch haben sollte ;-). Wie kräftig die jeweiligen Farben werden, bestimmt ihr, indem ihr das Ei dementsprechend kurz oder lang in die Farbe taucht! Trocknet das Ei vorsichtig mit Küchenrolle ab und weiter geht es...

   

 Nun stempelt ihr alles, was später gelb sein soll. Ihr könnt nun das Ei nach dem zweiten Stempelvorgang z.B. in rot tauchen, müsst aber bitte bedenken, dass die Farben sich etwas "mischen". Wenn ihr also nach dem roten Muster auch ein grünes und/oder ein blaues Muster auf dem Ei haben möchtet, empfehle ich euch, das Ei zwischendurch unter laufendem kalten Wasser abzuspülen.



Ich habe das Gelbe Ei bestempelt, es danach in rote Farbe getaucht, erneut bestempelt und 
es dann abgespült... (unten li.)
... danach habe ich das Ei grün gefärbt, bestempelt und wieder entfärbt (unten re.)

 

... dies könnt ihr beliebig oft wiederholen, bis euer Ei das gewünschte Endmuster erreicht hat.
Mein Ei sieht nun so aus wie auf dem Bild unten, man kann schon erahnen wie es fertig aussieht.


Da ja aber die eigentliche Farbe unter dem Wachs ist, muss dies nun wieder runter. Also haltet ihr euer Ei vorsichtig über das Teelicht und wischt das weiche Wachs mit einem Küchentuch wieder ab. Dieser Vorgang bringt zum einen die Farben zum Vorschein, überzieht das Ei aber auch gleichzeitig mit einem dünnen Wachsfilm, welcher das Ei schützt und glänzen lässt.


Fertig!!





Kommentare :

  1. Was für wunderschöne Ostereier!
    Danke für diese tolle Anleitung - ich werde das am Wochenende glatt ausprobieren!
    VlG Andrea

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  2. Oh toll!!! Sorbische Ostermalerei.. Hab ich als Kind auch immer mit meiner Mutter gemacht! Und wenn meine Mädels älter sind werden sie in diese Ostertradition eingeführt!!! Love it!!!

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  3. Hi!
    Ich als Exil-Wessi und Mama von 3 bezaubernden Töchtern, habe dieses Ostern auch die sorbische Wachsmaltechnik für Ostereier für mich entdeckt, angeschubst von meiner lieben Schwiegermama, die ein Händchen für alles Kreative hat. Und was soll ich sagen? Meine 2 großen Mädels, 8 und 5, haben begeistert mit gestaltet und gefärbt. Es sind wunderschöne Werke entstanden und wir werden nächstes Jahr auf jeden Fall wieder sorbische Wachs-Eier gestalten!

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